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    #Schreiberfahrungen –  Schreiben bedeutet Kontakt mit dem inneren Kompass

    #Schreiberfahrungen – Schreiben bedeutet Kontakt mit dem inneren Kompass

    18Okt
    Viele Menschen auf der ganzen Welt spüren die Macht von Worten und haben eine sehr persönliche Verbindung zum kreativen & selbst-therapeutischem Schreiben. Sie nutzen es. Beruflich oder privat. Im Alltag und in Krisen.


    Diese Woche darf ich euch Paul vorstellen. Er ist Blogger und weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, mit Depressionen zu kämpfen.


    Schreib darüber - ein Interview #6 mit Paul Henkel über seine Schreiberfahrungen



    Drei Worte, die dich am Besten beschreiben:

    Echt. Kreativ. Mitfühlend.


    Schreiben bedeutet für mich ...

    Kontakt mit meinem inneren Kompass aufnehmen, Zugang zu meinen Gefühlen finden, Klarheit in meine Gedanken bringen, Flow erleben.


    Wie bist du zum Schreiben gekommen?

    Die Liebe war eigentlich von Anfang an da. In der Grundschule habe ich meine Eltern genötigt, sich Schlagworte auszudenken damit ich Reizwortgeschichten schreiben konnte. Und ich weiß nicht, wie gut ich durch die Pubertät gekommen wäre, wenn ich das Schreiben nicht gehabt hätte.

    Stift und Notizbuch waren für mich schon immer ein Mix aus Entspannung und Rettungsanker.


    Mit was für Problemen kämpfst du/hast du gekämpft und (wie) hilft dir Schreiben dabei?

    Während des Studiums hatte ich ziemlich mit Ängsten und Depression zu kämpfen. In der Zeit habe ich das Tagebuchschreiben wiederentdeckt, das zwischenzeitlich etwas in den Hintergrund gerückt war, weil das Erwachsenwerden einfach besser im echten Leben stattfindet. Mir hat das Schreiben in der Zeit sehr geholfen, mich selbst besser zu verstehen, Klarheit zu gewinnen und schließlich Entscheidungen zu treffen, die wichtig waren, damit meine Psyche nicht mehr so laut schreien musste.

    In der Zeit habe ich auch zum ersten Mal von Journaling gehört, vom Schreiben mit dem Ziel, eigene innere Prozesse zu klären. Mich hat es fasziniert, dass es dazu Forschung gibt und mir wurde vielleicht zum ersten Mal bewusst, dass nicht nur ich das  Schreiben als heilsam empfinde, sondern dass da eine lange Tradition existiert an Menschen, die vor allem aus diesem Grund schreiben und die psychischen und physischen Wirkungen auch immer besser nachgewiesen werden können.


    Wie nutzt du das Schreiben am Liebsten? / Was schreibst du?

    Ich schreibe alles Mögliche, vor allem Nicht-Fiktionales. Der Hauptgrund: Ich verdiene meine Miete als freier Redakteur und Blogartikel, Whitepaper und Website-Texte sind meine beste Freunde.

    Abgesehen vom Kundengeschäft schreibe ich für meinen eigenen Blog oder ich sitze  an einem Buch, wie zuletzt bei Vom Schreiben leben. Einfach aus Spaß an der Freude. Und immer wieder nutze ich auch Journaling. Mittlerweile habe ich eine Art Hausapotheke aus Schreibmethoden für mich gefunden, auf die ich zurückgreife, wenn ich es gerade brauche. Mal ganz frei, mal geführt durch Leitfragen, mal länger am Stück und mal nur fünf Minuten am Abend.


    Was ist das Schwierigste beim Schreiben / im kreativen Prozess für dich?

    Den Kopf auszuschalten. Die besten Texte entstehen, wenn Herz und Hirn beteiligt sind und leider ist mein Kopf sehr laut. Damit mein Herz ein Wörtchen mitreden darf am Text, muss ich es irgendwie schaffen, aus dem Gefühl heraus anzufangen.


    Was ist das Schönste / Bereichernste beim Schreiben / im kreativen Prozess für dich?

    Wenn mir genau das gelingt, aus dem Gefühl heraus zu schreiben, und ich in einen Flow komme, in dem sich die Worte selbst schreiben, dann hat das etwas Magisches. Es ist schon verrückt, wenn ich manche Texte nochmal lese und denke: Das habe ich wirklich geschrieben? Für diese Momente lohnt sich der Kampf mit jeder Schreibblockade.


    Gibt es Hobbys und Dinge, die du tust, wenn du nicht schreibst?

    Da gibt’s einige. Ich finde es auch wichtig, den Kopf immer mal wieder frei zu bekommen und das funktioniert für mich am besten, wenn ich mich mit anderen Menschen umgebe. Wenn ich interessante Gespräche führe und neue Orte besuche. Ich bin leidenschaftlicher Café-Gänger. Mich mit Freunden in einem der kleinen Hipster-Cafés in Berlin zu treffen, die Spezies Mensch zu studieren und mir Großstadtflair um die Nase wehen zu lassen, das ist eine sehr gern genommene Wochenendbeschäftigung von mir.


    Was treibt dich an?

    Mich treibt der Wunsch an, einen kleinen positive Beitrag in der Welt zu leisten. Ich möchte Menschen ermutigen, sich nicht in einem eingefahrenen, gefühlskalten Alltagstrott einzurichten, sondern sich ein Leben zu erschaffen, das sie wirklich erfüllt – ich weiß, dass das möglich ist.

    Und weil Schreiben dabei helfen kann, führe ich den Blog schreibenwirkt.de, auf dem ich konkrete Methoden vorstelle, wie Menschen das Schreiben als Selbstcoaching Tool in ihr Leben integrieren können.


    Gibt es etwas, dass du Anderen gerne mitgeben möchtest?

    Meine Erfahrung ist: Nicht jeder Traum wird wahr. Nicht jede Wunde verheilt narbenlos. Das heißt aber nicht, dass man nie wieder glücklich sein kann. Im Gegenteil. Ich glaube, dass ein glückliches Leben immer möglich ist, wenn auch nicht immer so wie geplant.

    Ich halte mich an die japanische Kunst des Kintsugi:

    Zerbrochene Schalen werden mit Goldkleber wiederzusammengesetzt und dadurch zu ganz besonderen Kunstwerken.



    Über

     (c) Paul Henkel ist Blogger und Autor.


    Mehr über ihn erfährst Du unter:


    Hast Du Lust bekommen, ebenfalls über Deine Erfahrung mit dem Schreiben zu berichten?

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