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Fakten die du kennen solltest wenn du psychisch krank bist

Psychisch krank? 16 wichtige Fakten, die Du kennen solltest

14Dez2021

Wenn wir psychisch krank sind, kommen wir automatisch mit jeder Menge Mythen und Halbwahrheiten in Berührung, die sich rund um mentale Gesundheit und seelische Erkrankungen ranken. Sie kreisen um die Welt, schüren falsche Erwartungen und hinterlassen das Gefühl, wir wären falsch oder würden uns nur nicht genug anstrengen.

Doch das stimmt nicht.

Viele dieser Dinge hätte ich gerne früher gewusst und ich glaube, dass jeder, der mit psychischen Problemen kämpft, sie ebenfalls kennen sollte.

Denn Wissen ist Macht – und der erste Schritt zu mehr Selbstwirksamkeit in unserem Leben.

16 Fakten, die du kennen solltest, wenn du psychisch krank bist:

1. Seelische Krankheit ist genauso schlimm und belastend wie eine körperliche Erkrankung

Psychische Krankheit ist weder ein Schnupfen, noch hat sie etwas mit Faulheit oder fehlender Willensstärke zu tun.

Sie schränkt uns ein, raubt unser Träume und hindert uns an Dingen, die für andere selbstverständlich sind.

Damit erzeugen sie Leid.

Ebensoviel Leid, wie sie eine körperliche Krankheit mit sich bringt. Mit dem Unterschied, dass man sie weder an gebrochenen Knochen noch an katastrophalen Blutwerten festmachen kann.

Denn Seelische Krankheit ist unsichtbar.

2. Jedes Symptom hat einen Grund

Symptome quälen uns nicht grundlos. Sie sind nicht da, um dir Steine in den Weg zu werfen und dein Leben zu verkomplizieren.

Nein.

Sie sind da, weil etwas nicht in Ordnung ist.

Symptome sind Kompensationsmenchanismen, für Ungleichgewicht und unverdauten Schmerz. Sie sind die Funktion deines Inneren und gehören zum Alarmsystem deiner Seele.

3. Diagnosen sind überbewertet

Versteh mich nicht falsch: Diagnosen haben ihren Sinn. Sie geben Ärzten und medizinischem Personal einen roten Faden an die Hand, mit der sie deine Beschwerden einordnen und eine passende Behandlung anbieten können.

Diagnosen helfen Symptome einzuordnen und dich und das, was in dir geschieht verstehen zu lernen.

Aber - und das ist der Knackpunkt - eine Diagnose ist weder eine in Stein gemeißelte Tatsache, noch  brauchst du sie als Erlaubnis dafür, dich schlecht fühlen zu dürfen.

4. Therapeuten sind Experten, aber niemals allwissend

Psychiater und Therapeuten haben sowohl im Studium als auch in ihrer praktischen Arbeit jede Menge über die menschliche Psyche und ihre Zusammenhänge gelernt.

Sie sind Experten ihres Fachs und das, was sie zu sagen haben, hat Gewicht.

Doch jeder Experte, sei er noch so gut oder einzigartig auf seinem Gebiet, ist in erster Linie eines: Ein Mensch.

Und Menschen sind weder unfehlbar, noch allmächtig.

Deshalb nutz ihr Wissen, schenk ihren Worten Gehör - doch folge nicht blind jedem Rat, den sie dir geben.

Vertrau auf dein Bauchgefühl, denn letztendlich gibt es niemanden, der dich besser kennt, als du dich selbst.

5. Bedürfnisse sind immer wichtiger als Erwartungen

Jeder von uns ist umgeben von ganz unterschiedlichen Erwartungen.

Da ist die beste Freundin, die auf unseren Besuch hofft; die Großmutter, die den allabendlichen Anruf erwartet; der Chef, der eine 100 Prozent Leistung fordert; der innere Schweinehund, der uns antreibt noch eine Stunde länger durchzuhalten.

Ständig versuchen wir zu funktionieren und unser Leben und unsere Handlungen zu optimieren, um Erwartungen zu entsprechen, statt uns um unsere Bedürfnisse zu kümmern.

Wir machen Telefonate, managen den Haushalt und routieren in wahrer Perfektion durch unser Leben - anstatt die Signale unseres Körpers oder unserer Seele ernstzunehmen.

Dabei sind deine Bedürfnisse (u.a. nach Ruhe, ausreichend Schlaf und Essen, Pausen,...) essenziell und müssen an erster Stelle stehen, damit es dir gut gehen kann.

6. Ohne Selbstfürsorge funktioniert es nicht

Oft sind wir für andere da, hören ihnen zu und kümmern uns um alle möglichen Dinge im Außen. Wir sind so sehr bemüht, äußere Strukturen aufrechtzuerhalten oder zu erhalten, dass wir dabei das Wichtigste vergessen: Uns selbst.

Wir stellen uns an letzte Stelle und wundern uns, dass wir kaum Energie haben. Wir sind anderen gegenüber verständnisvoll - aber gegenüber uns selbst der allerschlimmste Kritiker.

Selbstfürsorge ist die Basis von allem - denn nur, wenn wir uns selbst umsorgen, Pausen einplanen und Dinge tun, die uns nähren: schaffen wir damit überhaupt die notwendige Basis um im Außen richtig funktionieren zu können.

7. Alle Gefühle sind wichtig - auch die unliebsamen

Manche Gefühle fühlen sich besser an als andere. Und am liebsten wollen wir Traurigkeit, Wut, Angst und Unsicherheit gar nicht spüren. Weil negative Gefühle anstrengend sind, weh tun und uns mitunter sogar sinnlos vorkommen.

Doch ohne Traurigkeit wüssten wir überhaupt nicht, wie sich Freude anfühlt. Ohne Unsicherheit nicht, was Sicherheit ist. Ohne Angst nicht, was Mut ausmacht.

Jedes einzelne Gefühl, dass wir empfinden (können), hat seinen Sinn und - ebenso wie unsere Symptome - auch einen Grund.

Es will und kann dir etwas sagen. Alles, was du tun musst, ist: hinzuhören. Denn Gefühle gehen dann, wenn wir sie verstanden, gefühlt und akzeptiert haben.

8. Kämpfen bedeutet, für sich selbst einstehen zu lernen

Es ist wichtig dem, was dich quält, den Kampf anzusagen. Doch genauso wichtig ist, dabei nicht den Fokus zu verlieren.

Denn wenn du das tust, kämpfst du am Ende nicht für, sondern gegen dich selbst zu kämpfen.

Gegen dich selbst zu kämpfen bedeutet: herausfordernde Gefühle wegzudrücken, deine eigenen Bedürfnisse zu ignorieren, Symptome zu unterdrücken und deine innere Stimme zu überhören.

Und das macht den Kampf nicht leichter, sondern bedeutend schwerer. Weil es bedeutet, Kämpfer und Gegner zugleich sein zu müssen.

9. JA sagen ist Silber, NEIN sagen ist Gold

Viele von uns sind mit der Überzeugung groß geworden, dass für sich selbst einzustehen und Grenzen zu ziehen, egoistisch ist.

Also sagen wir Ja. Nicht nur zu den Dingen, die wichtig und wertvoll sind, sondern auch zu all dem, was Druck erzeugt oder uns alles andere als guttut.

Dabei ist ein echtes NEIN einhundertmal wertvoller als ein unechtes JA.

Nein zu sagen bedeutet, dich selbst ernstzunehmen.

Es bedeutet, für dich, deine Bedürfnisse und Prioritäten einzustehen.

Es ist eines der Standbeine wahrer Selbstfürsorge.

10. Unsere Vergangenheit prägt und beeinflusst uns

Es spielt keine Rolle, ob du unter deiner Vergangenheit gelitten hast oder noch immer leidest: Alles, was du erlebt hast, hat dich geprägt.

Denn jedes Erlebnis der Vergangenheit hat einen Einfluss auf den Menschen, der du heute bist.

Es hat dich geformt und beeinflusst. Dich, deine Werte und Moralvorstellungen, genauso wie die Art, wie du dich selbst siehst oder mit Herausforderungen umgehst.

11. Wir brauchen passende Fertigkeiten

Nicht nur, wenn wir ein Haus bauen oder etwas reparieren müssen, brauchen wir die passenden Werkzeuge. Wir brauchen sie auch für unsere Seele.

Beispielsweise, um Gefühle zu regulieren, uns zu entstressen oder für Krisen gewappnet zu sein.

Diese sogenannten Skills (Fertigkeiten) sind es, die uns überhaupt erst etwas an die Hand geben, mit dem wir arbeiten können.

12. Belastungsgrenzen sind individuell

Die Belastungsgrenze eines anderen ist nicht deine. Und es bringt nichts, dich mit jemanden zu vergleichen, der mehr Energie zur Verfügung hat als du.

Es geht darum, deine persönliche Belastungsgrenze kennenzulernen und dein Leben an diese Grenze anzupassen - nicht andersherum.

Denn Belastungsgrenzen sind individuell und werden von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Unter anderem davon, wieviel Kapazität innerseelische Prozesse benötigen oder mit wieviel Energie du in den Tag startest.

 13. Manchmal sabotieren wir uns selbst

Manchmal sind wir unser größter Feind. Wir legen uns selbst die Steine in den Weg, über die wir stolpern.

Zum Beispiel, wenn wir trotz bleiernder Müdigkeit wach bleiben, wichtige Dinge aufschieben oder unsere Pläne (gesund zu essen oder mit destruktiven Verhaltensweisen aufzuhören) über den Haufen werfen, sobald wir in eine Stresssituation geraten.

Selbstsabotage-Mechanismen gibt es viele - doch im Grunde geschieht Selbstsabotage immer dann, wenn unser Bewusstsein und unser Unterbewusstsein im Widerspruch zueinander stehen.

Und diese Mechanismen für dich zu erkennen und verstehen zu lernen, hilft, sie zu beenden.

 14. Körper und Seele sind untrennbar verbunden

 Manchmal glauben wir, wir könnten körperliche Symptome und seelische Probleme getrennt voneinander betrachten. Doch in Wahrheit herrscht ein komplexes Wechselspiel zwischen dem, was wir fühlen und der Art, wie unser Körper reagiert.

Angst manifestiert sich auch in unserem Körper - wir spüren sie durch einen erhöhten Herzschlag, eine schnelle Atmung oder Schwitzen.

Genauso reagiert unser Körper auf alles im Außen und im Inneren. Er reagiert auf Sorgen und Überlastung mit Bauchschmerzen, Einschlafproblemen und Schmerzen.

Alles, was in uns geschieht hat auch Einfluss auf unseren Körper.

Genauso wie alles, was mit unserem Körper geschieht - sei es eine Erkältung, ein Knochenbruch oder eine Diagnose wie Krebs - einen Einfluss auf unser seelisches Gleichgewicht hat.

 15. Es geht nicht ohne Wollen

Wenn wir mit seelischer Krankheit hadern, fühlen wir uns oft ohnmächtig. Wir schieben die Verantwortung für unseren Zustand Dingen im Außen zu: der traumatischen Kindheit, dem Partner, der uns verlassen hat oder der Vollzeitstelle, die wir hassen.

Doch auch wenn alles, was wir durchleben und jede Situation, in der wir uns aktuell befinden, zweifelslos (großen) Einfluss auf unser Leben hat, spricht uns das niemals von unserer eigenen Verantwortung frei.

Du musst dich entscheiden - dafür, für dich und dein Leben einstehen zu wollen - denn ohne Eigenverantwortung und dem tatsächlichen Wunsch nach Veränderung, funktioniert es nicht.

Kein anderer wird kommen und dein Leben (und die aktive Arbeit an und mit dir selbst) in die Hand nehmen. Das musst du selbst tun.

 16. Der Weg ist ein Marathon, kein Sprint

Egal wie dringend wir uns nach Veränderungen in unserem Leben sehnen: Sie geschehen nicht von heute auf Morgen.

Der Weg, den du beschreiten musst, ist kein Sprint, wo du für ein paar hundert Meter alles gibst und danach ist alles gut. Nein. Er ist dein persönlicher Marathonlauf.

Etwas, auf dass du hinarbeiten und jede Menge lernen musst, um nicht bereits nach wenigen Metern entkräftet zusammenzubrechen, während du Richtung Ziel läufst.

Marathonläufer kennen ihren Körper. Sie wissen, was sie ihm zumuten können und was er braucht.

Sie sorgen für einen Wechsel zwischen bestmöglichem Training und notwendigen Ruhephasen und versorgen ihn mit den richtigen Dingen - auch während des Laufes selbst - damit er sie überhaupt bis zur Ziellinie führen kann.

So ist es auch mit deiner Seele.

Du glaubst, du steckst in einer toxischen Beziehung?

Mach den Selbsttest und finde raus, was du tun kannst.

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