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Monatsrückblick Juli Seelenschreiberei

Monatsrückblick Juli 2021: Innere Baustellen und das Leben

01Aug2021

Angst, Wut, Freude, Euphorie – das sind nur vier der Gefühle, die mich diesen Monat begleitet und herausgefordert haben. Da waren auch viele innere Baustellen, jede Menge persönliche Erkenntnisse und wunderschöne Erlebnisse, die meinen Juli geprägt und bereichert haben.

Hier kommt also mein Monatsrückblick für den zurückliegenden Monat.

Die inneren Baustellen, Gefühle und ein paar Erkenntnisse

Der Juli war eine stetige emotionale Achterbahnfahrt. Voll von Freude und Euphorie, voll von Tränen und herausfordernden Gefühlen.

Da war eine große Portion Angst wegen der Zukunft. Angst davor, wie es weitergehen kann und soll, davor, welchen Weg wir einschlagen und wie ich bestimmte Dinge überhaupt entscheiden soll, wenn jede Richtung nur neue Probleme zu Tage fördert.

Da war Wut. Wut auf meinen Mann, der das alles immer wie der Kopfmensch angeht, der er nunmal ist und von dem ich mich dann, in diesem emotional sensiblen Momenten, eben gerade deshalb nicht wirklich gesehen und wahrgenommen fühle. Wut auf mich, weil ich ihm nicht mal sagen konnte, was ich will oder er tun kann, weil ich es eben selbst nicht musste.

Da waren Tränen. Jede Menge Tränen. Tränen des Aushaltens, Tränen der Angst, Tränen wegen alten Wunden, Tränen der Überforderung, Tränen aus Frust und zu wenig Schlaf.

Da war das schlechte Gewissen, weil ich jeden einzelnen der Familiengeburtstage ignoriert habe, während das “brave Kind von damals” all die Distanz über Bord werfen und zurück in den Schoß der Familie kriechen wollte. Aber auch die Erinnerung daran, dass ich erwachsen bin und mein eigenes Leben leben darf.

Da war die Sorge um unsere Katzen, die Angst, dass noch weitere weglaufen und nie wieder kommen. Aber auch das Wissen, dass ich das nicht verhindern kann, egal wie sehr ich es will. Weil ich sie weder einsperren noch sie aufhalten kann. Nicht, ohne ihnen ihre Freiheit zu nehmen, was sich genauso falsch anfühlt.

Da war so wenig Schlaf. Wegen der Hitze, die mich in den Wahnsinn getrieben hat. Wegen Gedankenkreisen, die mich nicht losgelassen haben, weil ich zu wenig geschrieben habe, um sie aufzufangen. Wegen unzähligen Ideen, denen ich tagsüber zu wenig Platz zum Entfalten gegeben habe, weil ich meine Prioritäten falsch gesetzt habe.

Da waren so viel Vergleiche mit Anderen. Vergleiche in denen ich automatisch als Verliererin hervorgegangen bin, aber auch die Erkenntnis, wie schwachsinnig es ist, sich mit Menschen zu vergleichen die nicht gegensätzlicher sein könnten. Deren Alltagsplanung und Ziele so gar nicht zu mir passen. Zu dem Menschen, der ich nunmal bin.

Da waren so viele Baustellen und alte Wunden – die ich gespürt habe. Voller Schmerz und tausend losgetretenden Gefühlen. Gefühle, die die Wege freigelegt und mir gezeigt haben, welchen Weg ich gehen muss. Den Raum geschaffen haben, mich damit zu beschäftigen. Hinzusehen. Zu fühlen. Damit zu arbeiten. Wieder und immer wieder.

Da war so viel Ungewisses, aber auch der Mut, mich zu stellen. Dem Leben, mir selbst und all den Hürden die da auf mich warten.

Da war dieses alles-beleuchtende Wissen, dass ich all das schaffen werde, dass es Lösungen gibt, selbst – und gerade dann – wenn sich alles unlösbar anfühlt.

Und da war mein Mann. Der Halt in der Brandung, der eine, der mir zuhört, meine Selbstwerteinbrüche und Panikergüsse erträgt und mich jedes Mal wieder zurückholt.

Genauso wie das Schreiben.

Fertiggestellte Workbooks und die unendlich lange To-Do-Liste

Im Juli habe ich gemerkt, wie unglaublich es mich erfüllt, mehrere Aufgaben zu haben. Wie schön es sich anfühlt an unterschiedlichen Dingen arbeiten zu können und, neben dem Schreiben an meinen Romanen, diesen Ort hier zu haben.

Gleichzeitig ist aber auch klarer geworden, wie schwer es mir eigentlich fällt die richtige Balance zu finden. Zwischen dem Blog, dem Forum, meinen Büchern und Projekten, dem Privatleben und all den Erwartungen von Lesern, dem Verlag und meinem eigenen Anspruch all das möglichst perfekt machen zu wollen.

Ich verliere mich oft darinnen. Fühle mich, als würde ich drei Vollzeitjobs machen, mit mehr unerledigten Aufgaben als Zeit und Energie, die mir den Schlaf rauben.

Doch es wurde einfacher nachdem ich mir selbst die Erlaubnis gegeben habe, den Dingen zu folgen die sich gerade richtig anfühlen. Geplante Aufgaben und To-Do-Listen über Bord zu werfen und eben in dem aufzugehen, in dem ich gerade aufgehen will, statt zu versuchen allem gerecht zu werden. Mich nicht zum Erledigen von Dingen zu zwingen für die ich gerade gar nicht den Kopf habe nur weil man das eben so macht.

Ich habe gemerkt das ich ein Mensch der Exteme bin. Niemand der Aufgaben in Häppchen teilen und abarbeiten kann, sondern jemand, der sich reinhängt. 100 Prozent gibt, in einer Sache absolut aufgeht, solange eben bis das Pendel umschwenkt und Platz für was anderes macht.

Deshalb ist der Juli voll von unterschiedlichen Zeitfenstern. Mal klein, mal groß. Ganz am Anfang habe ich einen Großteil der Workbooks fertig gestellt, die schon ewig darauf gewartet haben, fertiggestellt zu werden. Im Anschluss gab es nichts anderes als mein aktuelles Romanprojekt, in dem ich mich verloren habe. Dann kam das Forum. Verschiedene Dinge, die anstanden, Ideen und Veränderungen. Und schließlich … war da dieser Blog, an dem ich gearbeitet und gefeilt habe, die Blogartikel und meine Autoren-Webseite, die urplötzlich komplett im Mittelpunkt stand.

Und auch wenn ständig alles in mir schreit, dass ich das anders und “richtig” machen muss, so eben wie alle, spüre ich dass das nicht stimmt. Dass es dabei kein richtig gibt – sondern nur meinen ganz eigenen Weg.

Was sonst noch so los war:

  • Ich habe am Rapid Blog Flow von Sympatexter teilgenommen, was mich wahnsinnig inspiriert hat & dazu gebracht, auch auf meiner Autorenseite Marla Grey endlich zu bloggen. Es fühlt sich einfach richtig an das zu tun. Viel toller als Social Media.
  • Ich war auf einem großen Stadtfest, einem Konzert und habe ein Feuerwerk gesehen.
  • Nach Ewigkeiten habe ich endlich wieder einen Döner gegessen. Jaaa, das liest sich vielleicht seltsam, aber hier in Rumänien sind die nicht sonderlich leicht zu finden und ich hatte wirklich Lust darauf.
  • Ich habe einige wundervolle Bücher gelesen. Romane und ein paar englische Sachbücher.
  • Ich habe ein paar Serien weggesuchtet, allen voran die 3te Staffel von “Virgin River” in der mich die Landschaftsaufnahmen ganz wehmütig machen. Und damit diese tiefe Sehnsucht zu Reisen und die Welt zu entdecken oder an solch einem Ort zu leben, wahnsinnig anheizt.
  • Durch das Buch “Book in a month” von Victoria Lynn Schmidt habe ich einer ziemlich fiesen Schreibblockade und all den aber-wenns in meinem Kopf den Kampf angesagt. Und auch, wenn ich dadurch natürlich keinen ganzen Roman in einem Monat geschrieben habe, sind jede Menge Worte entstanden.
  • Ich habe den Babykatzen beim Wachsen zugesehen, jede Menge Pipi-Pfützen aufgewischt und wehmütig realisiert, das sie bald nicht mehr wie Babies aussehen werden. Immerhin sind sie schon 3 Monate alt.
  • Da war ein tolles Telefonat mit meiner Freundin C.
  • Da waren unangenehme Videocalls, ein Vorwurf der mich verletzt hat, weil ich nur versucht habe einen objektiveren Blick auf das Ganze zu schaffen. Einen, der in dieser Situation ziemlich wichtig war und ist.
  • Unsere alten Nachbarn aus dem kleinen Bergdorf, in dem wir vorher gewohnt haben, standen überraschend vor der Tür um und zu besuchen. Mit Süßem für die Kids und jeder Menge Unbeschwertheit im Gepäck. Das war so unglaublich schön.
  • Ich habe ein paar Dinge getan obwohl sie mir Angst machen – und das nicht nur einmal. Allem voran den Mund bei etwas aufgemacht, dass gesagt werden musste, obwohl Konsequenzen nicht ausgeschlossen sind.
  • Ich bin mehrfach über mich hinausgewachsen.
  • In einem Monat die Hälfe meines Tagebuch gefüllt. Mit Gedanken und Dingen die mich beschäftigen.
  • Die Sommerhitze und dieses Schwächegefühl, dass sie auslöst, weitesgehend ausgehalten – obwohl sie mich wahnsinnig macht und es auch nicht aussieht als würde der August kühler werden. Heute waren es hier 41 Grad – alles andere also als eine Wohlfühltemperatur. Zumindest für mich.
  • Mit der Großen habe ich ziemlich lange in einem Sturzregen gestanden, Hagelkörner aufgefangen und jede Menge Lachtränen vergossen.
  • Mit dem Mann und den Kindern eine Wasserschlacht veranstaltet – der perfekte Zeitvertreib bei der Hitze hier in Rumänien.
  • Ich habe jede Menge Runden Mario Kart gespielt – aber kein einziges Mal gewonnen.
  • Abends habe ich oft draußen gesessen. Manchmal um zu schreiben, manchmal zum meditieren, manchmal um einfach nur die Sterne anzusehen.

Die Blogartikel des Monats:

Das wartet im August 2021 auf mich:

Meine weiterhin ultralange To-Do-Liste, einige wichtige Entscheidungen und hoffentlich ein langer und ausgibiger Schreibflow, durch den ich Blogartikel verbloggen und einige Kapitel des Romans füllen kann.

Ich bin sehr gespannt.

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