Überspringen zu Hauptinhalt
Fehler im Umgang mit Gefühlen begehen. Im Umgang mit Gefühlen Fehler machen und vermeiden.

Machst du einen dieser 5 Fehler im Umgang mit Gefühlen?

Egal ob Traurigkeit, Scham oder Wut – manche Gefühle sind etwas Verzwicktes.

Sie kosten Kraft, sind unangenehm und oft schmerzhaft.

Mir selbst haben meine Gefühle lange Zeit einfach nur schreckliche Angst gemacht.

Ich habe es gehasst, etwas zu fühlen. Denn Fühlen war gleichbedeutend mit der Gewissheit, diesen Gefühlen hilflos ausgeliefert zu sein.

Es war, als gäbe es nichts, was ich gegen sie tun könnte.

So, als würde ich wieder und wieder in ihnen ertrinken, ohne Aussicht auf Rettung.

Erst, als ich anfing, mich ihnen zu stellen, wurde es leichter.

Und mir wurde klar, dass da jede Menge Dinge sind, die wir falsch machen können.

Fehler, die wir im Umgang mit unseren Gefühlen begehen und uns so unnötig leiden lassen.

Welchen von ihnen machst du?


Die 5 Fehler im Umgang mit Gefühlen

Fehler #1: Du denkst das Gefühl, anstatt es zu fühlen

Einer der größten Fehler, den wir um Umgang mit einem Gefühl begehen können, ist: es zu denken, statt wirklich zu fühlen.

Wir wühlen nach Fakten, finden Erklärungen und rationalisieren, was das Zeug hält. Denn zerdenken und analysieren kann man ein Gefühl super. Manche von uns sind wahre Meister darinnen.

Und genau das funktioniert nicht.

Warum?

Weil du dich so nur in deinem Kopf aufhältst.

Doch um mit einem Gefühl zu arbeiten, brauchst du nicht bloß deinen Kopf. Du brauchst deinen gesamten Körper.

Du musst das Gefühl spüren.

In dir.

Fehler #2: Du ignorierst dein Gefühl

Gefühle können ganz schön anstrengend und lästig sein. So sehr, dass wir sie am liebsten so wenig Beachtung wie nur möglich schenken. 

Und wie könnte das besser funktionieren, als durch gezielte Ablenkung?

Essen, Alkohol, das endlose Scrollen durch Social Media, nächtelang vor dem Fernseher sitzen oder arbeiten, bis wir fast umkippen: Möglichkeiten, uns von unangenehmen und schmerzhaften Gefühlen abzulenken, gibt es viele.

Manche von ihnen sozial akzeptiert, manche nicht.

Doch eins kann ich dir sagen: Deine Gefühle zu ignorieren bedeutet nicht, dass sie verschwinden. Sie sind weiterhin da, liegen auf der Lauer, und warten auf den nächsten Moment der Stille und Ruhe, um dich regelrecht zu überfluten.

Ich bin sicher, es kommt dir genauso bekannt vor wie mir.

Fehler #3: Du fühlst das Gefühl gar nicht

Ein weiterer Fehler im Umgang mit Gefühlen ist es, uns von dem Gefühl selbst abzutrennen.

Wir legen eine Art Nebel drumherum, denn, was wir nicht fühlen, ist nicht da und dann ist alles gut, richtig?

Leider falsch.

So losgelöst von deinen Empfindungen und Gefühlen zu sein, bedeutet nämlich, einen wichtigen Zugang zu dir selbst zu verlieren.

Und nicht nur das.

Es raubt dir auch deine Lebendigkeit.

Denn dich von den Gefühlen abzutrennen, die du nicht fühlen willst, führt unweigerlich dazu, dass du auch den Zugang zu jenen verlierst, die dein Leben bereichern.

Dankbarkeit, Liebe, Hoffnung, Glück, all das verschwinden einfach und zurück bleibt nichts als eine graue, farblose Masse.

Du stumpfst ab.


Fehler #4: Du nimmst dein Gefühl nicht an

Manchmal, da spüren wir unsere Gefühle zwar irgendwie, aber mehr als einen kurzen, abschätzigen Blick schenken wir ihnen nicht.

Warum auch? Da sind die Kinder, die warten; der Haushalt, der erledigt werden muss und unser Job, den wir gut machen müssen: Da bleibt einfach kein Platz für Gefühle. Kein Raum, sich mit ihnen zu beschäftigen.

Zumindest nicht jetzt.

Doch zu erwarten, dass deine Gefühle sich an deinen Tag anpassen und geduldig warten, bis du irgendwann etwas Zeit und Lust findest, dich mit ihnen auseinanderzusetzen, ist, als würdest du beim Wählen der 112 tagelang in der Warteschleife hängen.

Gefühle sind nämlich nicht da, um dir den Tag zu versauen.

Sie sind da, weil da etwas ist, was du dir dringend ansehen solltest.


Fehler #5: Du versinkst in dem Gefühl

Statt ein Gefühl zu ignorieren, belächeln oder wegzuschieben, können wir auch in ihm versinken.

Tun wir das, bestehen wir nur noch aus diesem Gefühl. Dann sind wir die Angst, die Traurigkeit, die Verzweiflung.

Das Gefühl tränkt uns, es füllt jeden Millimeter unseres Körpers aus und ganz egal, was wir tun – ob wir meditieren, schreiben oder uns bei einer Freundin das Herz ausweinen – es bleibt.

In diesen Augenblicken sind wir überzeugt, wir würden dieses Gefühl spüren, nur eben viel zu viel davon.

Doch die Wahrheit ist, in Wirklichkeit fühlst du es nicht.

Warum ich das sage? Weil du das Gefühl weder verkörpert noch verstanden hast.

Gefühle bleiben, wenn wir uns weigern, genau hinzusehen, um herauszufinden, was sie uns sagen wollen.

Und sie bleiben, wenn wir uns nicht erlauben, sie wirklich zu spüren.

Das ist, als würdest du in einem Becken stehen, das sich mehr und mehr mit Wasser füllt, und einfach nur auf der Stelle paddeln – anstatt zum Grund zu tauchen und den Stöpsel zu ziehen oder einfach aus dem verdammten Becken zu steigen.

Nicht besonders sinnvoll, oder?


Fehler im Umgang mit Gefühlen vermeiden – wie eigentlich?

Zuallererst, ganz gleich, welchen Fehler im Umgang mit Gefühlen du begehst: Kein einziger von ihnen bedeutet, dass du zu faul oder zu dumm bist, um es richtigzumachen.

Nein.

Das ist Quatsch.

Sie passieren, weil du nie gelernt hast, richtig mit deinen eigenen Gefühlen umzugehen.

Gründe dafür gibt es viele.

Vielleicht hattest du einfach nur schlechte Vorbilder. Oder deine Gefühle zu unterdrücken war der einzige Weg, um deine Kindheit irgendwie zu überleben.

Was auch immer der Grund gewesen sein mag, warum es dir Probleme bereitet: Beim Thema Gefühlsmanagement gilt dasselbe wie mit jeder Fremdsprache.

Du kannst es lernen.

Und zwar unabhängig davon, ob du erst 10, schon 25 oder bereits 63 Jahre alt bist.

Alles, was du brauchst, sind 3 Dinge: Zeit, Geduld und Übung.


3 Tipps, mit denen du einen besseren Umgang mit Gefühlen zu finden:


- Identifiziere das Gefühl und finde heraus, was es dir sagen will

Es ist wichtig, das Gefühl, dass du gerade empfindest, wirklich zu kennen.

Denn oft sind Gefühle genau deshalb so überwältigend, weil wir nicht genau wissen, was wir fühlen und warum. Wenn du das Gefühl jedoch identifizieren kannst und rausfindest, warum es da ist, kannst du mit ihm arbeiten.

Und das ist so viel besser, als ihm hilflos ausgeliefert zu sein.


- Gib dem Gefühl genug Raum

Gefühle sind wie Wellen. Sie rollen an, haben einen Höhepunkt und flachen wieder ab.

Doch wenn wir ihnen keinen Raum schenken, halten wir sie fest – und ertrinken in ihnen.

Dasselbe geschieht, wenn wir uns gegen sie zur Wehr setzen. Denn das kostet uns Unmengen an Energie und ist so, als würdest du versuchen einen mit Luft gefüllten Ballon permanent unter Wasser zu drücken.

Deshalb gib dem Gefühl genug Raum.

Finde einen Weg, dich mit ihm zu beschäftigen.

Finde einen Weg, um es auszudrücken.


- Verkörpere das Gefühl:

Eines der wichtigsten Dinge, die wir tun können, um einem Gefühl die Macht zu nehmen, ist, es zu verkörpern.

Verkörpern bedeutet, es zu spüren.

Denn über das Spüren entdecken wir das Gefühl.

Z.b. spüren wir bei Angst oft unser Herz pochen oder haben bei Traurigkeit einen Kloß im Hals.

Uns auf diese Komponente einzulassen und zu entdecken, was ein Gefühl in deinem Körper tut, an welchen Stellen du es spüren kannst, wie genau es sich äußert: Es ist der Weg, dich wirklich mit ihm zu verbinden.

Welchen Fehler im Umgang mit Gefühlen begehst du? Lass es mich gerne in einem Kommentar wissen.


Dieser Beitrag hat 0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

An den Anfang scrollen
Send this to a friend