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Journaling. Die Anne Frank Methode des Journalings. Frau sitzt auf einem Sessel und schreibt Tagebuch

Die Anne Frank Methode des Journalings

20Apr2022

Anne Frank ist eine der berühmtesten Tagebuchschreibererinnen des letzten Jahrhunderts. Ihre Worte, geschrieben im Exil, berührten Millionen Menschen auf der ganzen Welt.

Selbst heute, viele Jahrzehnte später, geben sie uns nicht nur einen einzigartigen Einblick in das Erleben eines dreizehnjährigen Mädchens, sondern zeigen auf, was es 1940 bedeutet hat, nicht der geforderten Norm zu entsprechen.

Anne Frank schrieb Tagebuch – erst in das berühmte, rot-überzogene Buch mit Schloss, später auch auf lose Zettel – denn Schreiben war das, was sie tun wollte.

Und sie begann damit auf eine Weise, die auch dir einen wundervollen Weg ins Journaling aufzeigen kann.

Denn wenn wir mit dem Schreiben beginnen wollen, sind wir nicht selten wie gelähmt.

Auf der einen Seite ist dieser Wunsch, unsere Gedanken zu Papier zu bringen; auf der anderen die Angst vor dem berühmten Anfang.

Wir starren auf das leere Blatt und überlegen fieberhaft, was genau wir eigentlich schreiben sollen.

Anne wusste es.

Weil sie nicht für sich schrieb.

Und sie richtete ihre Worte auch nicht an irgendwen.

Sie schrieb an Kitty: ihre fiktive Freundin und Vertraute.

Über die Anne Frank Methode des Journalings

Die Anne Frank Methode des Journalings ist eine einfache, aber auch effektive Möglichkeit, mit dem Tagebuch schreiben zu starten.

Sie ist besonders dann geeignet, wenn es dir schwerfällt, einen Anfang zu finden oder du Schwierigkeiten damit hast, an dich selbst oder niemand bestimmten zu schreiben.

Der größte Vorteil dieser Methode ist nämlich, dass dein Tagebuch von einem schwammigen Niemand zu einem Jemand wird.

Es ist nicht länger das unbekannte Wesen, an das du Worte richtest.

Du machst dein Tagebuch zu deinem engsten Vertrauten.

Zu jemanden, mit einem Namen und einer eigenen Geschichte.

Jemanden, den interessiert, was du zu sagen hast.

Jemanden, dem du deine innigsten Sehnsüchte genauso anvertrauen kannst, wie deine tiefsten Ängste.

Jemanden, dem du einen Blick in die Urtiefen deiner Seele gewährst, bis er dich kennt, wie niemand sonst dich jemals kennen wird: Außer natürlich du dich selbst.

Die einzelnen Schritte der Anne Frank Methode des Journalings

Der erste Schritt: Gib deiner Tagebuch-Figur einen Namen

Namen sind Teil unserer Identität. Und das gilt nicht nur für dich oder mich, sondern auch für deinen fiktiven Freund auf der anderen Seite des Stifts.

Such deshalb nach einem Namen, der dir gefällt. Wähle Einen, der schön klingt, einfach zu schreiben und im Kopf gut aussprechbar ist.

Falls dir nicht direkt einer in den Sinn kommt, ist das nicht schlimm.

Du kannst Namensseiten durchstöbern, durch die Geburtsanzeigen deiner Tageszeitung blättern oder es mit einem Namensgenerator versuchen.

Auch Filme, Serien und der Abspann können übrigens jede Menge Input für Namensideen liefern.


Der zweite Schritt: Hauche deinem Namen Leben ein

Unser Name ist ein Ankerpunkt, doch das, was uns wirklich lebendig macht und uns eine Identität schenkt, ist nicht nur unser Name.

Es sind all die Charaktereigenschaften, Merkmale und Eigenheiten, die ihn ausfüllen.

Deshalb hauche deinem fiktiven Gefährten Leben ein.

Lerne ihn kennen.

Finde passende Eigenschaften.

Welche Infos dir da wichtig sind und wie viele Informationen du letztendlich brauchst, um ein Gefühl für ihn entwickeln zu können, kann sehr unterschiedlich sein.

Manchen Menschen genügen wenige Eckpunkte, andere brauchen eine komplette Biographie.

Probier einfach aus, was für dich zählt, um ein persönliches Gegenüber erschaffen zu können.

Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

# Ein Tipp:

Falls es dir schwerfällt, einen Anfang zu finden?

 

Dann lerne deinen fiktiven Tagebuchfreund doch auf dieselbe Weise kennen, wie ich die Figuren meiner Bücher: durch jede Menge Fragen.


Das geht nicht nur leicht, sondern macht auch jede Menge Spaß.


Schreibe dafür beliebig viele Fragen auf eine leere Seite und antworte dir aus Sicht deines Gegenübers. Fertig.


Ein paar der Fragen, die du stellen könntest, wären beispielsweise:


  • Wann und wo wurdest du geboren?
  • Was trägst du immer mit dir herum?
  • Was war deine letzte Lüge?
  • Hast du heimliche Vorbilder, von denen du noch nie jemanden etwas erzählt hast?
  • Wo lebst du und gefällt es dir dort?

Du kannst noch mehr Fragen gebrauchen?
Kein Problem!


In unserer Schreibwerkstatt findest du eine Liste mit spannenden Fragen, die du nicht nur fiktiven Romanfiguren, sondern auch deinem frisch erstellten Tagebuch-Freund stellen könntest.

Der dritte und letzte Schritt: Beginne mit dem Schreiben

Sobald dein fiktiver Journaling-Partner erstellt und mit genug Leben gefüllt ist, kannst du auch schon ins Schreiben starten.

Beginne mit einer beliebigen Anrede und erzähl ihm oder ihr von deinem Leben, deinem Alltag, deinen Gefühlen und Gedanken.

Scheu dich nicht davor, dein Herz auszuschütten – denn genau dafür ist dein fiktiver Freund ab sofort da.

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