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Corona: 8 Wege, um mit Angst und Unsicherheit umzugehen

Corona: 8 Wege, um mit Angst und Unsicherheit umzugehen

16Mrz

Im Moment steht die Welt still. Überall begegnet uns dasselbe Thema: dieser Corona-Virus, der die Welt erstarren lässt.

Für manche bricht das gewohnte Leben weg. Soziale Kontakte sind nur noch eingeschränkt möglich und das Helfernetz, dass uns sonst trägt, hat plötzlich riesengroße Risse. Und auch finanziell wird es eng.

Ich weiß nicht, wie es dir geht – doch überall lese ich von Ängsten und Unsicherheiten, überwältigenden Gedanken und dem Gefühl von Ohnmacht und absoluter Hilflosigkeit.

Wenn es dir auch so geht – ob jetzt in Zeiten von Corona oder in anderen Krisen – hier sind 8 Dinge, die du tun kannst. Ab sofort.

1. Bleib im Moment

Gerade in Zeiten, in denen wir unsicher sind und niemand so richtig weiß, wie es weitergeht, passiert es schnell: Wir verlieren uns in Vergangenheit oder Zukunft.

Wir sorgen uns. Malen uns Horrorszenarien aus oder grübeln über Richtlinien und Einschränkungen.

Kurz: Unser Kopf arbeitet auf Hochtouren.

»Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben an denen du nichts ändern kannst. Der eine ist gestern und der andere ist morgen.« (Dalai Lama)

Im Grunde wissen wir nie was morgen sein wird. Nicht, was uns erwartet, nicht, was sich verändern kann. Unser Leben ist niemals richtig sicher, etwas, dass wir gerade jetzt sehr deutlich spüren können.

Das heißt du hast zwei Möglichkeiten:

1. Du kannst dich in Zahlen verlieren, grübeln und ängstigen

oder

2. Dich auf diesen einen Tag konzentrieren, an dem du die Kontrolle hast: heute.

Denn innezu halten und uns wieder und wieder auf das Jetzt zu konzentrieren ist die beste Art von Achtsamkeit, die wir leben können. Nicht nur in dieser Krise, sondern immer.

2. Fokussiere dich auf eine Sache

Angst und Sorge können uns lähmen. Uns unfähig machen, alltägliche Aufgaben zu meistern oder zu managen, was gerade ansteht. Manchmal bedeutet es, sich in Kleinigkeiten zu verlieren, manchmal, schlicht keinen roten Faden mehr zu finden.

Deshalb fokussiere dich auf eine Sache. Nur auf eine.

Und wenn du diese Sache erledigt hast, dann erst suchst du dir die nächste.

Sieh es wie eine Treppe und nimm eine Stufe nach der anderen. Mehr nicht.

3. Aktiviere die Selbstfürsorge

Gerade jetzt ist es wichtig für dich selbst zu sorgen. Kümmer dich um deine Seele und um deinen Körper. Besonders dann, wenn du Angst hast.

Nimm ein Schaumbad.

Koch dir einen Tee und setz dich auf deinen Lieblingssessel.

Saug frische Luft in deine Lungen – auf dem Balkon oder am Fenster.

Lass die Sonne rein.

Lies ein Buch.

Schau einen Film, den du schon lange sehen wolltest.

Telefonier mit deinen Liebsten oder chatte im Internet. Mach einen Videoanruf über Skype oder Zoom oder verabrede dich online. Zum Spielen, Quatschen, zusammensein.

Mach Kerzen an oder back einen Kuchen. Mal ein Bild oder mach eine Kissenschlacht mit deinen Kindern.

Alles, was dir wirklich guttut ist jetzt erlaubt. Nicht nur einmal, sondern immer wieder.

4. Nutz die Entschleunigung für dich

In jeder Wohnung und in jedem Haus gibt es Dinge, die zu tun sind. Das heißt du kannst die Zeit zuhause nutzen, um deine Umgebung aktiv zu gestalten.

Erschaffe dir deine eigene Wohlfühloase. Sortier aus, was schon ewig wegsoll. Räum die Bücher in ein anderes Regal oder schieb die Couch an eine Stelle, wo sie viel besser stehen würde. Zieh deine Lieblingsbettwäsche auf. Zeichne Bilder und häng sie an die Wand. Upcycle Dinge und mach sie zu etwas Neuem, alleine oder mit deinen Kindern.

Oder aber: Nutz die Zeit anders.

Schau die Filme, die du schon ewig aufschiebst. Ruf Menschen an, mit denen du schon lange nicht gesprochen hast. Lerne eine Fremdsprache. Recherchiere im Internet über Dinge, die du wissen willst. Pflanz Blumen auf der Fensterbank, bereite den Garten oder den Balkon vor.

Finde raus, wie man Knete selbst herstellt oder tu Dinge, die du als Kind geliebt hat.

Dreh die Musik auf und tanz. Beginn mit Yoga oder Pilates – z.b. in dem du Videos bei Youtube ansiehst. Bring dir das Gitarre spielen bei oder wie man Origami faltet.

Es gibt tausend Dinge die du ausprobieren, entdecken oder zurück in dein Leben holen kannst. Also probier dich aus. Werde kreativ. Ganz im Sinne von Think outside the box.

5. Atme bewusst

Atmen ist ein Wundermittel. Denn es verbindet uns nicht nur in Sekundenschnelle mit uns selbst, sondern hilft dabei, uns zu fokussieren.

Deshalb atme. Gerade dann, wenn du spürst, dass Gedanken und Gefühle dich überfluten. Dann, wenn die Panik anrollt oder du das Gefühl hast, dass nichts mehr geht.

Atme ein und aus. Langsam. Immer wieder. Sooft und solange, wie es dir hilft.

Tipps: Leg dabei eine Hand auf deinen Bauch und konzentrier dich darauf, wie dein Brustkorb sich beim Atmen hebt und senkt. Oder richte deine Aufmerksamkeit währendessen auf einen Gegenstand in deiner Hand.

6. Gib der Angst Raum

Angst verschwindet nicht, nur weil wir sie nicht fühlen wollen. Sie ist ein ganz normales und alltägliches Gefühl. Eines, das angesehen und gefühlt werden muss.

Deshalb gib deiner Angst diesen Raum. Schaffe einen Ort, an dem sie sein darf. Einen, an dem du dich mit deinen Gedanken und den was-wäre-wenns beschäftigt, die durch deinen Kopf kreisen. In der du deine Angst spürst.

Ja, Angst kann uns überwältigen und lähmen. Sie kann unser Leben einfrieren – doch das tut sie nur dann, wenn wir sie nicht ansehen und durchfühlen. Wenn wir aufhören uns mit ihr zu beschäftigen, jedes Mittel nutzen, um sie gar nicht mehr zu spüren. Denn dann sucht sie sich neue Wege, um sich bemerkbar zu machen: z.b. durch Alpträume oder Schlafstörungen.

Du kannst dich schreibend mit deinen Ängsten auseinandersetzen. Sie ansehen, aufschreiben, analysieren. Beginne ein Tagebuch, probier das expressive Schreiben aus oder nimm dir Zeit – morgens, abends, zwischendurch und schreib über all das, was dir im Kopf herumkreist.

Denn Schreiben entlastet unsere Seele und schafft einen Raum, in dem deine Gefühle sein dürfen. Nutz es als Ventil.

7. Bleib informiert – aber nicht rund um die Uhr

Natürlich wollen alle wissen, wie es weitergeht. Wie die Lage sich veräbdert und wie es mit der Bekämpfung des Virus aussieht. Doch im Moment herrscht eine wahre Informationsflut die niemanden hilft und alles andere als gut tut.

Gerade in Social Media kann man teilweise nichts anders mehr lesen. Alles dreht sich um Corona. In Gruppen, auf Seiten und untereinander.

Deshalb: Begrenze. Informier dich aber tu es bewusst und konzentriert.

Schalte Facebook & Co zwischendurch aus. Das ist besser, als permanent mit Wellen aus Angst und Sorge umspült zu werden und damit deine Angst noch zu nähren.

8. Wende radikale Akzeptanz an

Radikale Akzeptanz ist ein Begriff, der uns besonders in der DBT-Therapie begegnet. Sie ist ein Skill, der in vielen (ausweglosen) Situationen hilft, aber ganz besonders jetzt wichtig ist.

Erinner dich daran, dass du nichts anders machen kannst, als du es bereits tust.

Akzeptier, wie es ist – egal, ob du es dir anders wünschst.

Kämpf nicht gegen Entscheidungen an, auf die du keinen Einfluss hast.

An manchen Dingen können wir schlicht nichts ändern. Wir haben sie nicht in der Hand.

Deshalb konzentriere dich stattdessen auf das, was du tun kannst.

  • Sorg gut für dich.
  • Nutz die Entschleunigung.
  • Atme und sei im Moment.
  • Schreib über deine Ängste und Gedanken.

Und wenn gar nichts mehr geht, du das Gefühl hast in eine Krise zu geraten, aus der du alleine nicht mehr rauskommst: scheu dich nicht, dir Hilfe zu suchen. Ruf das Sorgentelefon an oder wende dich telefonisch an andere Institutionen, die dich in einer Krise unterstützen können. Nicht nur mit dir selbst, sondern auch in deiner Beziehung oder mit deinem Kind.

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