70-80 % von meinem aktuellen Projekt sind fertig. Ich war…
Aktivität vs Produktivität: Die Sache mit Social Media
Manche Autoren sind gefühlt immer aktiv. Sie gehen auf Social Media live, während sie arbeiten und posten mehrmals täglich Schnipsel aus ihrem neusten Projekt.
Sie teilen ihren Alltag, geben Einblicke, posten Privates.
Sie folgen Trends, setzen Statements zu aktuellen Ereignissen und Trends und wissen von Challenges, noch ehe sie starten.
Die Beiträge der Menschen denen ich bei Instagram folge sind voller Einblicke und Momentaufnahmen. Mal lustig, mal ernst, mal lang, mal kurz.
Und die Wahrheit ist: Oft bin neidisch und gleichzeitig voller Bewunderung – weil ich genau das eben nicht gut kann.
Weil ich mich in einer permanenten Schieflage befinde.
Gefangen zwischen Aktivität und Produktivität.
Ich bin nicht permanent online, sondern eher in Etappen.
Ich poste weder täglich noch regelmäßig, sondern sporadisch und ungeplant.
Ich fülle meine Story nicht annähernd so oft, wie ich es will – wenn ich es denn überhaupt tue.
Und oft schäme ich mich dafür.
Ich fühle mich schlecht, weil ich nicht so präsent bin, wie ich es als Autorin vermutlich sein müsste. Und gleichzeitig fühle ich mich erschlagen. Von diesem Gefühl dauerpräsent und erreichbar sein zu müssen.
Doch die Wahrheit ist: In tollen Momenten zücke ich nur selten meine Kamera. Ich erlebe sie einfach. Ich komme nur äußerst selten überhaupt auf die Idee, einen Augenblick zu teilen. Im Nachhinein oft, ja. Aber währenddessen: fast nie.
In produktiven Zeiten, also dann, wenn ich an irgendwas arbeite – einem Roman, einem Blogartikel, einer neuen Idee – denke ich weder an Instagram noch an Facebook oder irgendeine andere Plattform. Ich schreibe einfach.
In der restlichen Zeit schwanke ich dagegen zwischen alltäglichen Dingen, die sich zu unspektakulär anfühlen, um sie überhaupt zu teilen und den täglichen Herausforderungen des Lebens, die ich mit mir selbst ausmache, weil sie weder glamourös noch unterhaltsam sind.
Den das sind Ängste, wie die, über die ich hier gerade schreibe.
Oder auch das Gefühl, keine gute Autorin zu sein, weil ich zu introvertiert für Live Videos bin und mich zu sehr von meiner Kreativität leiten lasse, statt meine Social Media Kanäle zu pflegen.
Und dann halte ich inne und frage mich ehrlich:
Muss ich das denn überhaupt? Muss ich es wie alle machen? Muss ich den Tipps irgendwelcher Experten folgen und mich verbiegen, nur um Erfolg haben zu können?
Die Antwort: Nein.
Ehrlich, ich liebe den Kontakt mit Lesern und anderen Schreibliebhabern.
Ich liebe es, Menschen an meinen Büchern und all dem Drumherum teilhaben zu lassen, und ja, ich wünsche mir oft mehr davon.
Doch die Wahrheit ist eben auch: Dass ich nicht perfekt bin und auch keine Lust habe es sein zu müssen. Also lasse ich alles genauso, wie es ist.
Weil ich lieber x Follower weniger haben und die Bestsellerlisten nur von außen betrachte, statt mich mit einer erzwungenen Dauerpräsenz selbst zu blockieren.
Weil ich lieber meiner Kreativität folgen und leben will, als zu viel Zeit in einer Bubble zu verbringen, die ich zwar liebe, aber eben niemals so sehr wie das Schreiben und das Leben.
Mehr Realität auf Instagram bedeutet deshalb auch, zuzugeben, dass man anders ist. Und das es vollkommen in Ordnung ist etwas so zu machen, wie es sich für einen selbst gut anfühlt.
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